• Operative und konservative Behandlung von Knochenbrüchen der Extremitäten und des Beckens unter Anwendung modernster Osteosyntheseverfahren.
  • Behandlung von Knochen- und Knorpelverletzungen bei Kindern und Jugendlichen
  • Implantation künstlicher Gelenke an Hüfte, Knie, Schulter und Ellenbogen bei Arthrose oder nach Unfällen einschließlich Wechseloperationen
  • Arthroskopische Operationen der großen Gelenke
  • Konservative und operative Behandlung von Verschleißerkrankungen des Bewegungsapparates

Diese Krankheit ist mittlerweile in Deutschland zu einer echten Volkskrankheit geworden. Betroffen sind nicht nur ältere Menschen, sie kann auch bei jüngeren, häufig im Gefolge von Unfallverletzungen, auftreten.

Bei einer Arthrose handelt es sich um einen Verschleiß der Gelenke, wobei der Knorpel, der gewissermaßen das Gleitlager des Gelenkes darstellt, beschädigt und letzten Endes ganz zerstört wird, wodurch das Gelenk wortwörtlich „festläuft“. Daraus resultieren dann die typischen Schmerzen, anfangs nur bei Belastung, später aber auch quälend in Ruhe oder gar nachts. Schmerzattacken treten typischerweise wellenförmig auf. Phasen völliger Schmerzfreiheit werden gefolgt von stark behindernden Beschwerden. Bislang ist trotz aller Forschung noch keine wissenschaftlich erhärtete Methode bekannt, Arthrose zu heilen, indem der beschädigte oder zerstörte Knorpel wieder aufgebaut wird.

Die moderne Medizin bietet jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an, die dem betroffenen Patienten erlauben, weiter schmerzfrei zu leben. Entscheidend für den Einsatz der unterschiedlichen Therapieformen ist, in welchem Stadium die Arthrose sich befindet. Eine medikamentöse Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten ist unter dem Gesichtspunkt einer Beschwerdelinderung und Verbesserung der Bewegungsfreiheit von Nutzen, wenn sie in einem frühen Stadium diagnostiziert wird.

Die Geradstellung der Beinachse kommt am Kniegelenk in Betracht, wenn nur die Innenseite oder die Außenseite des Gelenkes betroffen ist, in der Regel einhergehend mit einem X-Bein oder O-Bein, und Ziel der Behandlung der Erhalt des eigenen Gelenkes sein soll. Ist die Arthrose jedoch schon sehr stark ausgeprägt, ist der Ersatz des Kniegelenks mit einem Kunstgelenk (Endoprothese) die letzte und endgültige Möglichkeit, die Arthrose zu bekämpfen.

Menschen, die X- oder O-Beine haben, werden oftmals früher oder später unter Arthrose leiden, da bei ihnen die Gelenke aufgrund der unterschiedlichen Belastung durch die Beinfehlstellung einseitig abgenutzt werden. Hier ist es möglich, durch eine Korrektur der Beinachse die einseitige Belastung zu reduzieren und somit das Voranschreiten der Arthrose zu verlangsamen oder in günstigen Fällen gar zu stoppen. Durch eine Beinachskorrektur werden entweder X-Beine begradigt oder aus 0-Beinen leichte X-Beine gemacht, indem entweder ein Keil aus dem Ober- oder Unterschenkel entnommen oder dieser nach Anlage eines Sägeschnittes in der gewünschten Richtung „aufgeklappt“ wird. Vor allem bei letzterer Methode können die Knochen durch sogenannte winkelstabile Platten aus Titan – so auch im Klinikum Fichtelgebirge, Haus Selb - stabilisiert werden, deren hohe Festigkeit im Vergleich zu älteren Operationsmethoden eine raschere Heilung und zügigere Wiederherstellung der Belastbarkeit sichern. Die Entfernung ist nach der Knochenheilung später auch ambulant möglich.

Durch die Operation wird die Belastung im Kniegelenk wieder ausgeglichen, wobei vorteilhaft für den Patienten ist, dass er sein eigenes Kniegelenk behält. Wichtig ist dies vor allem bei jüngeren Patienten, da ein Kunstgelenk trotz aller Fortschritte im Durchschnitt 12 bis 15 Jahre, je nach Belastung, hält. Zwar ist im Anschluss in der Regel eine Wechseloperation des Kunstgelenkes möglich, jedoch wird diese mit jedem Wechsel schwieriger und im Ergebnis weniger zufriedenstellend, sodass es sinnvoll ist, den Ersatz des Kniegelenkes so lange wie möglich hinauszuschieben. Ein weiterer wichtiger Vorteil im Vergleich zur Totalendoprothese ist, dass der Patient sein Kniegelenk weiter voll belasten und jedem geeigneten Sport nachgehen kann. Untersuchungen an vor mehreren Jahren operierten Patienten haben gezeigt, dass durch die Achsenkorrektur in der Regel der Einbau des Kunstgelenkes zumindest hinausgezögert, manchmal auch ganz vermieden werden kann.

Sollte die Arthrose schon so weit fortgeschritten sein, dass keine gelenkerhaltenden Maßnahmen mehr möglich sind, bleibt nur noch der Ersatz des Kniegelenks.

Ein Ersatz des Kniegelenks kann durch Gelenkverschleiß, häufig bei Fehlstellungen der Beine, aber auch rheumatische Erkrankungen, Erbkrankheiten und Stoffwechselkrankheiten erforderlich sein. Bei der Totalendoprothese wird das Kniegelenk komplett entfernt und durch einen Oberflächenersatz der Gelenkflächen aus Titan ersetzt. Die Entscheidung zur Operation treffen auch hier Patient und Arzt gemeinsam aufgrund der Untersuchung einschließlich Röntgenaufnahmen, aber vor allem auch auf aufgrund der Schmerzen und Beschwerden des betroffenen Patienten.

Bei dieser Operationsmethode gibt es zwei prinzipielle Möglichkeiten. Der Patient kann sich, je nach Befund, zwischen einer Teil- oder einer Totalendoprothese entscheiden. Bei Ersterer wird nur ein Teil des Kniegelenks, im Regelfall die Innenseite ausgetauscht, die Totalendoprothese umfasst den Ersatz der Gleitflächen des gesamten Kniegelenkes.

Nach einer knapp zweistündigen Operation kann bereits am 2. Tag nach der Operation mit der Krankengymnastik begonnen werden. Nach ungefähr 14 Tagen wird der Patient aus dem Krankenhaus entlassen, gefolgt von einem Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik zur Anschlussheilbehandlung. Für ungefähr 6 Wochen nach der Operation sind Gehhilfen erforderlich. Während dieser Zeit werden auch Medikamente zur Blutverdünnung und Thrombosestrümpfe eingesetzt, um eine Thrombose als mögliche Komplikation nach einer Operation so weit als möglich zu verhindern.

Ein neues Kniegelenk hält je nach Belastung, Gewicht des Patienten und Qualität des Gelenks 12 bis 15 Jahre. Ein möglicher Nachteil dieser Operationsmethode ist, dass der Patient gelenkbelastende Sportarten wie Tennis und Skifahren unterlassen sollte. Schwimmen und Laufen (Nordic Walking) sind dagegen besser geeignet, da diese gelenkschonend sind.

2003 wurde weltweit 500.000 Menschen ein neues Kniegelenk eingesetzt, davon allein 90.000 in Deutschland. In einer groß angelegten wissenschaftlichen Untersuchung wurden diese Patienten nach ihrer Zufriedenheit mit dem Kunstgelenk befragt. Dabei kam Überraschendes zutage. Knapp ein Fünftel (18.500) der Operierten war unzufrieden und hatte trotz zunächst korrekten Einbaues Probleme mit dem neuen Gelenk. Dabei waren neben schicksalhaften Komplikationen wie einer Infektion am Knie vor allem die vorzeitige Lockerung der Prothese das am häufigsten genannte Problem.

Um die vorzeitige Lockerung der Prothese so weit wie möglich zu reduzieren, wird in neuester Zeit verstärkt auf die computerassistierte Operation zurückgegriffen. Hierbei handelt es sich nicht um einen Operationsroboter, sondern um computergenaue Messverfahren, die den Arzt bei dem passgenauen Einbau des Kunstgelenkes exakter unterstützen, als dies das menschliche Auge oftmals vermag.

Seit Januar 2006 wurden ca. 150 Patienten mit dieser neuen Operationsmethode im Klinikum Fichtelgebirge Haus Selb operiert. Dabei wird der Ober- und Unterschenkel des Patienten mit mehreren Markierungspunkten versehen, anhand derer dann der Computer die exakten Maße des Knochens ermittelt und die genaueste Position für die Schnitte berechnen kann. Dafür arbeitet der Computer mit Infrarot-Messfühlern (Sensoren) und einer Infrarotkamera. Durch diese Unterstützung ist es dem Operateur möglich, noch exakter zu arbeiten als bisher. Bei aller Technik bleibt jedoch zu bedenken, dass die Operation und deren Ausgang entscheidend vom Geschick und der Erfahrung des Operateurs abhängen.

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