Bei der „Arteriellen Verschlusskrankheit“, einer Durchblutungsstörung der Beine, bestehen größere Engstellen oder sogar Verschlüsse der Blut zuführenden Adern (Arterien) im Bein. Ein Zusammenhang mit Venenleiden, bei denen die Blut abführenden Gefäße betroffen sind, besteht normalerweise nicht. Die Gefäßveränderung der Arterien entstehen durch „Gefäßverkalkung“ (Arteriosklerose), die generell altersbedingt bei jedem Menschen früher oder später auftritt. Allerdings verstärken sogenannte Risikofaktoren wie Rauchen, Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und hoher Blutfettgehalt diese Veränderungen.

Durch die Verschlechterung der Durchblutung im Bein treten zunächst nur Mangelzustände bei längerem Laufen auf. Dies äußert sich als die bekannte „Schaufensterkrankheit“ – der Patient bleibt vor jedem Schaufenster stehen, um sich zu erholen. Man spricht dann von einer Einschränkung der „schmerzfreien Gehstrecke“. Bei Fortschreiten der Erkrankung treten nachts bei längerem Hochlegen der Beine durch den Blutmangel „Ruheschmerzen“ auf. In diesem Stadium hilft es Ihnen, wenn Sie nachts bei Auftreten der Schmerzen das Bein aus dem Bett heraushängen lassen oder kurz umherlaufen. Allerdings empfehlen wir Ihnen bei derartigen Beschwerden unbedingt eine Verbesserung der Durchblutung durch eine Aufdehnung der Adern oder eine Operation.

Sollten sich an den Füßen schon offene Stellen, sogenannte „Ulcera“ oder „Nekrosen“ gebildet haben, besteht bereits eine Gefahr für das Bein, da diese Wunden wegen des Blutmangels trotz aller Bemühungen erfahrungsgemäß nicht mehr abheilen. Es kommt häufig zu einer Entzündung, die sich auf das ganze Bein ausbreiten kann. Es droht dann der Verlust des Beines!

Therapiemöglichkeiten

Spätestens bei Auftreten der Ruheschmerzen oder Nekrosen ist eine Verbesserung der Durchblutung erforderlich. Manchmal hilft hier auch eine konservative, das heißt nicht eingreifende Behandlung, die eine gesunde Lebensführung und regelmäßige körperliche Bewegung umfasst. Bei dem sogenannten Gefäßtraining gehen Sie mit einem nicht zu langsamen Tempo eine Gehstrecke, bis die Wadenschmerzen beginnen. Dann bleiben Sie stehen, gehen weiter, wenn der Schmerz verschwunden ist und so weiter. Gehen Sie nicht unter Schmerzen weiter! Nach jeweils zwei bis drei Wochen kann die Gehstrecke erfahrungsgemäß verlängert werden; Ihre Beschwerden treten dann später auf.

Unabhängig davon, ob bei Ihnen nun eine stationäre Behandlung und eventuell eine Operation erforderlich ist oder eine konservative Therapie zunächst ausreichend erscheint, sollten Sie folgende Prinzipien beachten:

  • Die Arteriosklerose kann nicht grundlegend behandelt werden und besteht weiterhin.
  • Die Verminderung der Risikofaktoren beeinflusst die Erkrankung positiv.
  • Regelmäßige Nachuntersuchungen sind für den Therapieerfolg sehr wichtig.
  • Schützen Sie Ihr Bein vor aggressiven Einwirkungen (Stöße, enge Schuhe, Kälte).
  • Regelmäßige körperliche Aktivität und Gehtraining sind wichtig und fördern die Durchblutung.

Die Krampfaderkrankheit (Varicosis) wird im Allgemeinen durch eine Bindegewebsschwäche verursacht, die zur Funktionsstörung der Venenklappen führt. Dadurch fließt das venöse Blut nicht mehr zum Herzen, sondern in die entgegengesetzte Richtung und führt zu einer Stauung im Bein.

Die Varicosis kann die verschiedenen Venensysteme einzeln oder zusammen betreffen: Die Stammvenen, die Perforansvenen (Querverbindungen zwischen dem oberflächlichen und dem tiefen System); man definiert die sogenannte „retikuläre“ (netzartige) Varicosis oder die bekannten „Besenreiser“.

Am häufigsten liegt jedoch die Stammvenenvaricose vor, die zum Beispiel Stauungsneigung, Schweregefühl und Wadenkrämpfe verursachen kann. Das Thromboserisiko ist wesentlich höher als bei Menschen ohne Krampfadern.

Wenn bei Ihnen eine Operation angezeigt ist, führt Ihr behandelnder Arzt vorher eine Ultraschalluntersuchung durch. Sie gibt vor allem Aufschluss über die oberflächliche Stammvene, die tiefe Vene und eventuell krankhaft veränderte Querverbindungen. Die Venen werden mit einem wasserfesten Stift nachgezeichnet und auf diese Weise markiert. Bei der Entfernung einer Stammvene wird über einen Schnitt (in der Leiste beziehungsweise in der Kniekehle) die Einmündung der Stammvene von der tiefen Vene getrennt und der Stamm mit einer tiefen Sonde entfernt. Für die Entfernung der Krampfadern verwenden die Gefäßchirurgen des Klinikums Fichtelgebirge „Minischnitte“ mit speziellen Häkchen, wodurch ein optimales kosmetisches Ergebnis erreicht werden kann. Nach der Operation wird das Bein fest gewickelt, um die Entstehung von Blutergüssen zu vermeiden. Diese Wickelung verbleibt im Normalfall bis zum Tag nach dem Eingriff, kann jedoch auch bereits zwei Stunden danach entfernt werden, wenn der Patient sie als unangenehm empfindet. Die Wunden werden bei der Operation entweder genäht oder mit einem kleinen „Klammerpflaster“ verschlossen, das acht Tage lang verbleiben sollte.

Unter Einsatz des modernen Verfahrens Radiowelle wird die Stammvene nicht mehr entfernt, sondern innenlumig mittels Punktion ausgeschaltet. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass nach dem Eingriff wesentlich weniger Schmerzen auftreten.

Kontakt

Klinikum Fichtelgebirge

Haus Marktredwitz

Klinikum Fichtelgebirge

Haus Selb