Im Herbst haben Gartenunfälle Hochkonjunktur.
Dr. Philipp Koehl, Handchirurg am Klinikum Fichtelgebirge gibt Tipps, wie die Hände bei herbstlichen Gartenarbeiten geschützt sind.
 

Marktredwitz, 10. Oktober 2018          

Im Herbst beginnt für Hobby-Gärtner eine sehr arbeitsreiche Zeit, bevor sich der Garten in die Winterruhe begibt. Jetzt stehen bei der Gartenarbeit nochmal wichtige Handgriffe an, um den Pflanzen die nötige Pflege zu geben und den Außenbereich winterfest zu machen.
Da die Gartenarbeit entspannt, zählt sie zu den zehn beliebtesten Freizeitbeschäftigungen (GfK, ©Statista 2016) hierzulande. Leider ist sie aber auch nicht ungefährlich und so verzeichnen die Unfallversicherer über 200.000 Gartenunfälle pro Jahr.

Schutzbekleidung beim Umgang mit scharfen Gartenwerkzeugen

Aber nicht nur Unfälle, auch Infektionen, die sich aus zunächst harmlos erscheinenden Risswunden, Kratzern oder Abschürfungen entwickeln, gehören zu den täglichen Aufgaben in der Notaufnahme der Klinik für Unfallchirurgie und Handchirurgie am Klinikum Fichtelgebirge in Marktredwitz. „Vor allem scharfe Gartenwerkzeuge werden vielen Hobbygärtnern regelmäßig zu Verhängnis“ so Chefarzt Dr. Koehl. Ursache ist meist die fehlende Routine im Umgang mit den Geräten sowie fehlende oder unvollständige Schutzbekleidung und mangelnde Vorbereitung.

Leitern sicher aufstellen

Ebenfalls eine lästige Herbstpflicht: Das Entfernen von Laub aus der Regenrinne. Zweithäufigste Unfallursache ist der Sturz im Garten. „Eine Leiter im Garten auf unebenem Grund sicher aufzustellen ist oft das Hauptproblem“, so Dr. Koehl. Der Chefarzt der Marktredwitzer Klinik für Handchirurgie ist selbst Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) und als Handexperte in deren Register gelistet (www.handexperten.com).
Im Rahmen der Kampagne „Schütz` Deine Hände“ ruft die DGH regelmäßig zu Aktionen rund um den Schutz unserer wichtigsten Werkzeuge, nämlich unserer Hände auf.

Mit ein paar nützlichen Tipps lassen sich viele Gefahren bei der Gartenarbeit minimieren:

1.       Tragen Sie Schutzkleidung! Handschuhe, festes Schuhwerk, ggf. Schutzbrille

2.        Verwenden Sie eine standsichere Leiter

3.       Verfängt sich etwas in einem elektrischen Gerät, niemals in das laufende Gerät greifen! Immer zuerst die Strom- bzw. Benzinzufuhr unterbrechen.

4.       Erhöhte Aufmerksamkeit bei der Arbeit mit scharfen Gartenwerkzeugen wie Schere, Sense oder Beil

5.       Schützen Sie sich: Lassen Sie sich regelmäßig gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) impfen

 

Kommt es bei der Gartenarbeit dennoch zu einer Verletzung sollten Sie folgende Hinweise beachten:

1.       Wunde sofort unter fließendem Wasser ausspülen

2.       Wunde desinfizieren

3.       Wunde steril verbinden (Pflaster, Verband)

 

Einen Arzt aufsuchen sollten Sie:

1.       bei tiefen oder klaffenden Wunden

2.       stärkeren Blutungen

3.       Gefühls- oder Bewegungsstörungen

 

 

Vor allem scharfe Gartenwerkzeuge werden vielen Hobbygärtnern regelmäßig zu Verhängnis. Daher sollten Schutzhandschuhe getragen werden. (Copyright: Fotolia)

Kontakt & Bildmaterial:
Peggy Kuniss-Pfeiffer, Pressesprecherin
Tel.: +49 9231 809 1004
p.kuniss@klinikum-fichtelgebirge.de

Klinik für Unfallchirurgie, Hand-, Fuss- und Wiederherstellungschirurgie

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