Marktredwitz, 25. Oktober 2018           

 

Frauen müssen im Lauf eines Lebens Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit und die Wechseljahre meistern, sich mit für sie geeigneten Verhütungsmethoden auseinandersetzen und mit zum Teil schweren Erkrankungen, die die Lebensqualität beeinträchtigen, zurechtkommen. Genügend Gründe für sie einen eigenen Gesundheitstag. Kürzlich fand am Klinikum Fichtelgebirge wieder ein Frauengesundheitstag statt. Der Termin im Oktober ist kein Zufall. Der zehnte Monat des Jahres soll auf die Gefahr durch Brustkrebs hinweisen. Durchschnittlich jede 10. Frau ist im Laufe ihres Lebens mit Brustkrebs konfrontiert.

Breites Vortragsprogramm

Das Vortragsangebot war in diesem Jahr dann auch sehr breit gefächert. Im Mittelpunkt stand die Vorsorge und Information über Erkrankungen von Krampfadern über Osteoporose bis zum schwachen Beckenboden. Es ging aber auch um kosmetische Operationen und eine gesunde Ernährung. Dieser Einladung folgten viele interessierte Frauen - und auch Männer - und informierten sich in den Räumlichkeiten des Klinikum Fichtelgebirge, am Haus Marktredwitz über zahlreiche weibliche Gesundheitsthemen.

Frauenleiden: Krampfadern

Der Chefarzt der Gefäßchirurgie, Dr. Mohsen Farsijani, eröffnete den Frauengesundheitstag nach einer Begrüßung der leitenden Oberärztin der Frauenklinik und des Brustzentrums, Dr. Natalija Deuerling. Sein Vortrag " Krampfadern, was tun?" sprach offenbar viele Besucherinnen an, freie Sitzplätze waren Mangelware. Mediziner nennen Krampfadern „Varizen“. Sie sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern eine Erweiterung der Beinvenen, die den Blutkreislauf beeinträchtigen. Frauen sind dreimal häufiger als Männer von venösen Veränderungen an den Beinen betroffen. Sie leiden vor allem an defekten Venenklappen und einer Bindegewebsschwäche. Ein Grund dafür ist unter anderem während und nach der Schwangerschaft zu finden: Frauen sind dann hormonellen Veränderungen und auch einem erhöhtem Druck auf die untere Hohlvene durch das Austragen des Kindes ausgesetzt. Dadurch steigt das Risiko für einen Defekt der Venenklappen und somit der Bildung von Krampfadern. Dr. Farsijani stellte auch die unterschiedlichen modernen operativen Verfahren seiner gefäßchirurgischen Abteilung vor.

Plastisch-kosmetische Operationen in Marktredwitz

Anschließend sprach Dr. Natalija Deuerling über plastisch-kosmetische Operationen an der Brust und an der Bauchdecke. Viele Zuhörerinnen und auch Zuhörer stellten interessiert fest, dass solche auch als „Schönheits-Operationen“ bezeichneten Eingriffe in Marktredwitz möglich sind. Das Team um Chefärztin Dr. Maria Dietrich führt sowohl die so genannte Augmentation (Brustvergrößerung) durch, wenn bei einer Frau die Brustdrüse nur sehr gering ausgebildet ist oder sich die beiden Brüste in ihrer Größe deutlich unterscheiden als auch Brustverkleinerungen bei übergroßen Brüsten.

Frauen haben ein nahezu doppelt so hohes Risiko, an Osteoporose zu erkranken

Danach sprach Dr. Zdenek Binder, leitender Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Hand-, Fuss- und Wiederherstellungschirurgie über eine weitere Erkrankung die Frauen statistisch häufiger betrifft: die Osteoporose. Frauen haben im Vergleich zu Männern ein nahezu doppelt so hohes Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Der Hauptgrund: Nach den Wechseljahren mangelt es ihnen an dem Geschlechtshormon Östrogen, das die Knochen schützt. Dr. Binder zeigte verschiedene beeinflussbare Risikofaktoren auf und ermunterte einmal mehr zu gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung.

Dr. Attila Reszler, Gynäkologe am MVZ Fichtelgebirge leitete seine Zuhörerinnen durch das breite Angebot an modernen Verhütungsmittel und beantwortete viele offene Fragen. Im Vortrag von Maria Root, der Leiterin der Physiotherapeutischen Abteilung am Klinikum Fichtelgebirge, ging es um Bewegung und wie wichtig diese Basis für die körperliche Gesundheit ist.

Bewegung ist der Schlüssel

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt an allen Tagen der Woche mindestens 30 Minuten moderat körperlich aktiv zu sein. Denn „Kein Medikament und keine Heilpflanze wirkt derart umfassend positiv auf unseren Organismus wie es körperliche Aktivität tut.“ fasst Maria Root ihren Vortrag zusammen.

Im sich anschließenden Vortrag von Stefanie Ennisch, Diätassistentin im Klinikum ging es dann auch passend um gesunde Ernährung und allerhand versteckte Fette, Zucker und ungesunde Inhaltsstoffe. Sie hatte leckere Smoothie-Rezepte im Gepäck, die an ihrem Stand auch verkostet werden konnten.

Tabuthema: Blasenschwäche

Im letzten Vortrag des Frauengesundheitstages ging es um Blasenschwäche. Eher ein Tabuthema, welchem sich Patricia Krause, Urologin am MVZ Fichtelgebirge behutsam näherte. Sie konnte berichten, dass es viele Mittel dagegen gibt und keinen Grund, sich einfach damit abzufinden. Schon durch regelmäßige Beckenbodengymnastik, Muskeltraining und Bewegung erlangen zwei Drittel der betroffenen Frauen die Kontrolle über ihre Blase zurück.

Im Messebereich präsentierten sich Sanitätshäuser aus der Region, die Beleghebammen am Klinikum, eine Apotheke und die Gesundheitsregion+ sowie der Kurort Bad Alexandersbad mit dem Individuellen Gesundheitsmanagement. Wie man nach der Geburt wieder fit wird und sein Baby mit in die sportliche Aktivitäten einbezieht, zeigte Milena Wegner. Auch die Selbsthilfegruppen für die von Brustkrebs betroffenen Frauen nutzen den Tag jedes Jahr gerne zur Vorstellung und Information.

 

 

Die Besucherinnen nutzten gerne die Möglichkeit zum persönlichen Austausch mit dem Team der Frauenklinik und des Brustzentrums am Klinikum Fichtelgebirge.

Kontakt & Bildmaterial:
Peggy Kuniss-Pfeiffer, Pressesprecherin
Tel.: +49 9231 809 1004
p.kuniss@klinikum-fichtelgebirge.de

Frauenklinik, Geburtshilfe & Brustzentrum

Mehr Informationen